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Freitag, 19. Juni 2015

Waschbären Überfall! Ein Fall für TKKG | Tag 2 Die Örtze

In der Nacht wurde ich von einem unglaublichen Lärm, einem Kratzen an meinem Zelt, geweckt. Es raschelte und ich hatte auf allen Seiten kleine tapsige Bewegungen. Da ich Angst davor hatte das entlaufene Katzen vielleicht sich an dem Boot zu schaffen machen, was übrigens gar keinen Sinn macht, ging ich mit der Taschenlampe hinaus und suchte den Übeltäter. Wie sich aber zeigte, hatte ich Vollidiot die Mülltüte draußen stehen gelassen und drei Waschbären zerpflückten gerade die Reste vom Vorabend. Der Müllsack lag schon über dem halben Platz zerstreut und ich sammelte die Reste ein, da versucht ein Waschbär unter das Vorzelt zu kriechen  Als ich näher kam, verschwand er aber sofort.
Als ich den Müll entsorgt hatte und ich mich wieder hingelegte, hörte ich noch die nächsten vier Stunden lang Gekrabbel und Gekratze um mein Zelt herum. Aufgrund dessen hatte ich im Endeffekt nur drei Stunden Schlaf.
Nicht gerade das beste Gefühl, dass eine maskierten Bande um die eigene Behausung schleicht. Aber irgendwann ließen sie nach und ich fiel in einen kurzen, aber doch recht guten Schlaf.
Der Tag fing wolkig an. Und da auf dem Campingplatz, der übrigens in einem Wald liegt, unvorstellbar viele Mücken waren, beschloss ich ohne Frühstück sofort loszufahren. Ich wollte ja schließlich heute 30 Flusskilometer hinter mich bringen.
Die heutige fahrt auf der Örtze war geprägt von tief hängende Böschungen und Baumstämmen im Wasser. Bei Feuerschützenbostel musste ich ungefähr vier mal über einen alten Stamm heben. Der Fluss wird halt sich selbst überlassen.


Die Örtze wurde aber nach Wolthausen wieder etwas breiter. Das Wehr bei Wolthausen ist übrigens eine alte Mühle die noch sehr gut erhalten ist, aber nicht besichtigt werden kann. Schön war es trotzdem.


Direkt nach dem Wehr in Wolthausen muss man noch 200 Meter treideln, was bei dem klarem Wasser dann doch eine schöne Abwechslung war. Bis zur Mündung ist in die Örtze recht stark von der Strömung her und aufgrund der vielen Kurven auch recht schwierig zu fahren. Mich hat es mehrmals in die Böschung gedrückt, ich bin auf Sandbänke aufgelaufen und einige male drehte die Strömung mein Boot im Kreis.
Ab Wolthausen wird die Örtze sehr einsam. Die letzten 10 Kilometer bis zur Mündung sind auch die schwierigsten. Ich hätte niemals gedacht das die Säge an meinem Multitool Sinn macht. Aber anders hätte ich mich nicht aus dem Gestrüpp befreien können.


Das Erscheinungsbild änderte sich von malerisch ruhig bis klein mit kräftiger Strömung. Das Wasser ist so klar gewesen, dass ich Fische vorbeiziehen sehen konnte.
5 Kilometer vor der Mündung dann eine kleine Überraschung: Ich konnte Spuren von Biebern entdecken. Der klassisch abgenagte Baumstamm lag zu meiner linken, und ich meinte rechts in einem kleinem Bachlauf eine Bieberburg zusehen... aber da könnte ich mich auch täuschen.
Die letzten 2 Kilometer vor der Mündung waren recht versandet, so dass ich gezielt nach einer Fahrrinne suchte. Niedrigwasser auf der Örtze ist nun mal eine Herausforderung!


Bei der Ausfahrt auf die Aller war ich froh und erschöpft. 30 Kilometer in 9 Stunden sind nicht ohne und alles andere als gemütlich. Aber ich habe die Örtze in 2 Tagen sauber geschafft und freute mich auf das Abendessen auf dem Campingplatz in Winsen. Den ich 2 Kilometer bei starkem Gegenwind erreichte.
Am nächsten ging es weiter auf die Aller, um das Stück Fluss, was ich 1 Woche zuvor nicht geschafft habe, wieder zurück zu holen. Aber das ist eine andere Geschichte....

Montag, 15. Juni 2015

Wer bremst, der gewinnt! Die Örtze | Tag 1

Recht spät kam ich heute, gefahren von meinen lieben Eltern, in Müden an, um in die Örtze einzusetzten. Online hatte ich den Pegelstand abgefragt. Dieser zeigte grün. Vor Ort aber stellte sich raus, dass dies nicht zu traf. Ich wurde ordentlich von einem Anwohner darauf hingewiesen.
Wie ich später erfuhr, ist dieser Pegelstand grundsätzlich im roten Bereich. Selbst wenn Hochwasser ist. Dafür wird gesorgt - im Sinne des Naturschutzes.
Wir fuhren dann, den Faltcanadier oben auf dem Dachgepäckträger, vier Kilometer weiter. Hier in Baven ist eine bekannte Einsatzstelle und der Pegelstand reicht generell immer aus.
Wie gewöhnlich für einen Montag, war ich so ziemlich der einzige auf dem Wasser. Zwischendurch sind mir nur zwei Kajakfahrer begegnet. Zum Wochenende hin dürfte die Örtze aber sehr hoch frequentiert sein. Besonders da es recht viele Kanuverleiher in der Gegend gibt.
Die Örtze hat sogar bei Niedrigwasser eine erfreulich hohe Fließgeschwindigkeit. Sodass ich schon nach knapp einer Stunde in Hermannsburg eintraf. Zwischendurch musste ich mich immer wieder durch niedrige Böschungen durchkämpfen. Besonders gleich am Anfang gab es schon eine brenzlige Situation, wo ein unterwasser liegender Baumstamm mich fast aus dem Wasser gehoben hat. Da aber das Boot recht flexibel ist, gab es keine Probleme.
In Hermannsburg habe ich erstmal eine Kaffeepause eingelegt. Und die anderen Kajakfahrer mit ihren Leihbooten an mir vorbeiziehen lassen.
So gleiche durfte ich mir auch Spott anhören, weil ich jetzt schon eine Pause eingelegt habe.
Auf der Örtze darf man nur von 9 Uhr bis 18 Uhr paddeln. Und weil es schon recht spät war entschloss ich mich auf dem Campingplatz in Oldendorf zu übernachten. Auf dem Weg dorthin, an Scharnebek vorbei, herrscht eine unglaubliche Ruhe und Schönheit. Die Örtze fließt durch eine flache Auenlandschaft, ist aber aufgrund der heimtückischen Strömungen immer wieder herausfordernd. Als ich auf dem Campingplatz ankam, war ich froh dies gemeistert zu haben. Mein Boot ist mit fünf Metern dann doch recht groß und ich musste mit dem Stechpaddel immer wieder schnell die Seiten wechseln.
Mit der Chefin des Campingplatzes hielt ich noch einen kurzen netten Plausch und erfuhr noch Neuigkeiten aus der Umgebung. Sie erzählte mir, dass die Campingplätze und viele andere Gaststätten auf dem Kanu Tourismus der Örtze angewiesen sind. Von ihr erfuhr ich auch von dem Umstand mit dem Pegel in Müden.
Jetzt lasse ich Rumpsteak und Hüftsteak auf dem Grill angehen und genieße die Abendsonne. Morgen früh geht es gleich um 9 Uhr weiter und es stehen 30 Flusskilometer an. Darauf einen Riesling!

Sonntag, 14. Juni 2015

Drive-by auf der Örtze

Der Heidefluss Örtze ist bei Paddlern sehr beliebt und gerade am Wochenende von Leihbootfahrern hoch frequentiert. Ich hoffe daher, meine Tour auf den Wochenanfang zu legen, führt zu einer ruhigen Fahrt.
Ich befahre die Örtze ab Müden. Da ich Montag relativ spät loskomme, ist der erste Stopp schon nach 12 km in Oldendorf. Wenn ich gut drauf bin, suche ich mir vielleicht eine Stelle zum Wildcampen. Auf jeden Fall werde ich für spätere Fahrten nach geeigneten Stellen suchen.
Von Oldendorf geht es dann 26 km weiter bis in die Mündung der Aller. Dort werde ich den Campingplatz Winsen aufsuchen und als quasi Anhang zu der Örtze am nächsten Tag, noch das Stück Aller fahren, das ich letztens nicht geschafft habe.